Yamadori

Was sind Yamadoris?

(BonsaiWiki, freie Wissensdatenbank) Yamadori sind in der Wildniss ausgegrabene, von der Natur geformte Bäume, die in einer Schale weiterbearbeitet und so zu Bonsai gestaltet werden. Sie sind wegen ihres hohen Alters gut geeignet und weisen oft bizarre Formen auf.

Fundorte

Fast überall ist es verboten die Jungpflanzen einfach so auszugraben. Deshalb sollte man sich vorher die Genehmigung des Grundbesitzers holen. Ist das Exemplar Eigentum der Gemeinde wendet man sich am besten an die Gemeinde oder an den zuständigen Förster. Naturschutzgebiete sind tabu. Die besten Fundorte sind Kiesgruben und Gebiete im Hochgebirge, da die dortigen Exemplaren zwar alt aber nicht besonders groß werden. Der Frühling eignet sich am besten zum ausgraben.

Geeignete Pflanzen

Sehr oft findet man einen an sich schönen und brauchbaren Baum. Um beurteilen zu können, ob das Wurzelwerk kompakt ist, gräbt man etwas Erde rundum das Wurzelwerk weg. Hat er nur lange Wurzeln, ist die Chance, dass der Baum überlebt praktisch null. Man braucht wenn möglich einen festen Wurzelballen.

Ausgrabung

Als Ausgrabungswerkzeug eignet sich ein Klappspaten. Er ist spitz und handlich mitzunehmen. Um den Yamadori zurechtzuschneiden benötigt man auserdem eine Astschere mit langen Stielen, eine Klappsäge und vielleicht noch ein Pickel. Ist der Baum im Fels verankert benötigt man auch einen Hammer und Meisel. Ein Sprühgerät zum Feuchtmachen des Wurzelballen sorgt dafür dass der Baum nicht austrocknet. Auf jeden Fall braucht man Ballentücher aus Jute, Schnur zum Einpacken und grosse Plastiksäcke. Achtung bei dem Transport auf langen Strecken! Ist die Pflanze ausgegraben müssen die zu langen Wurzeln eingekürzt werden. Dabei verwendet man eine scharfe Gartenschere. Durch den Schnitt werden die Wurzeln angeregt, neue Wurzelspitzen zu treiben. Gleichzeitig kürzt man alle Äste mit der Astschere damit ein Ausgleich zwischen Wurzeln und Baumkrone entsteht (sonst kann der Baum seinen Wasserhaushalt durch den Wurzelverlust nicht aufrecht halten). Äste, die nicht brauchbar bzw. unschön sind können auch entfernt werden. Nadelbäume sind beim Schnitt empfindlicher und wachsen nicht so gut nach wie Laubbäume. Hier muss sehr vorsichtig geschnitten werden. Jetzt wird das Wurzelwerk vorsichtig in die nassen Jutetücher verschnürt. Damit alles feucht bleibt, steckt man den Ballen in einen Plastiksack. Der ausgegrabene Baum muss jetzt so rasch wie möglich transportiert und versorgt werden.

Pflege

Anders als bei Züchtungen aus Samen und Setzlingen aus Baumschulen, sollten Yamadoris nie sofort in eine Schale gesetzt werden. Besser eignet sich ein grosser Plastikcontainer mit Abflusslöchern. Als Erde verwendet man am besten die lockere Akadamaerde. Das Jutetuch kann ruhig beibehalten werden, es verrottet in kurzer Zeit. Tote Wurzeln sollten bald entfernt werden, dünne, lange lebende Wurzeln sollte man belassen. Es ist günstig, wenn der Baum nicht tiefer einsetzt wird, als er in der Natur gestanden ist. In einer schattigen, windgeschützten Position aufstellen und gut giesen. Nach etwa drei Jahren kann in ein kleineres Gefäß umgetopft werden.